Das Wunder der Geburt

Nach genau 59 Tagen einer unproblematischen Trächtigkeit, in der unsere Arya bis zum 58. Tag gerne und mit Motivation ihren kleinen Spaziergang mit uns machte, fiel am Morgen des 59. Tages ihre Körpertemperatur ab und somit war für uns klar, dass die Geburt bald beginnen würde. Am Abend des 21.06 setzte bei unserer Maus die Eröffnungsphase ein. Ab diesem Moment ließ mich Arya nicht mehr aus den Augen und wich mir nicht von der Seite. Dauerhechelnd (Arya natürlich ;-) ) verbrachten wir die Nacht gemeinsam auf der Couch im Wohnnzimmer und das, obwohl sie sonst niemals auf die Idee käme, es sich auf dieser bequem zu machen. Ich machte natürlich in dieser Nacht kein Auge zu. Erstens war die Anspannung eine große, zweitens hechelte Arya so stark neben mir, dass ich das Gefühl hatte, bald seekrank zu werden. Jeden Moment darauf gefasst, dass es nun losgehen könnte. Aber gut Ding braucht bekanntlich Weile und so verbrachten wir noch den gesamten nächsten Vormittag und Nachmittag in dieser Erwartungshaltung. Ach ja, erwähnen sollte man hier vielleicht noch, dass Arya absolut kein Futter verweigerte und mit Appetit und Motivation auch noch ihre Mittagsration verdrückte, sogar kurz vor den Presswehen wurden Leckerlis nicht verschmäht - typisch Labi halt.

Um ca. 15.00 Uhr setzte ein extremer Nestbautrieb ein und immer wieder suchte Arya ihre Wurfbox auf um sie umzugraben und umzugestalten. Dann verließ sie sie wieder. Dann - endlich - um 17.00 wurde sie so richtig unruhig. Ich ging mit ihr nochmals in den Garten und irgendwie hatte ich jetzt das Gefühl, dass sie schon das Bedürfnis hatte zu pressen. Da ich nicht unbedingt wollte, dass Arya ihren 1. Welpen in unserem Garten auf die Welt bringt, gingen wir schnell wieder zurück zur Wurfbox. Gerade rechtzeitig, wie sich dann herausstellte.

 

 

Um 17.15 brachte Arya ohne Probleme mit ein paar wenigen Presswehen einen Rüden zur Welt. Meine Maus selbst war sehr überrascht über diese kleine "Paket" und da sie keinerlei anstalten machte, die Eihülle aufzureißen und ihren Welpen abzunabeln, machte ich das dann. Die Freude und das unendliche Glück, dass ich empfand, als das kleine nasse Fellbündel in meiner Hand zu quietschen begann, war und ist unbeschreiblich und absolut unvergesslicher Moment. Jetzt hatte Arya verstanden, was denn da auf einmal aus ihr rausgekommen war. Von nun an  handelte Arya absolut instinktsicher und ließ den Kleinen an ihren Zitzen saugen.

 

Alle weiteren Geburten verliefen absolut problemlos. Arya wusste nun, was sie zu tun hatte, ein in ihr abgespeichertes Programm begann zu laufen, jeder einzelne Welpe wurde von ihr abgenabelt. Um 22.55 kam der für uns vermeintlich letzte Welpe - eine Hündin- auf die Welt. Dann wurde es ruhig in der Box und wir waren schon zu diesem Zeitpunkt mehr als überrascht. Hatten wir doch mit höchstens 8 puppies gerechnet und jetzt hatten wir hier 9 gesunde, kräftige Welpen vor uns liegen. Die Freude war riesengroß. Nachdem alles ruhig blieb war für uns eigentlich klar, dass die Geburt nun beendet sein musste. Die Wurfbox wurde gesäubert, alles frisch ausgelegt und ich rief unsere Tierärztin an, um ihr mitzuteilen, dass nun alles vorbei wäre und es allen gut geht.

Doch wie heißt's so schön? Unverhofft kommt oft. Um ca. 1.00 wurde Arya wieder etwas unruhig, begann zu hecheln. Ich schob es auf die noch fehlenden Plazenta. Plötzlich eine Presswehe... dann noch eine -- und Flutsch da lag sie Hündin Nr 5. Völlig unerwartet. Wie groß war jetzt unsere Freude. Also hatten wir 5 Rüden und 5 Hündinnen nun in der Box liegen. So, dachten wir, mehr konnten es doch jetzt wirklich nicht mehr werden. Also wieder alles säubern. Wir saßen an der Wurfbox, beobachteten die Neuankömmlinge, erklärten Arya wie toll sie das nicht alles gemacht hätte und konnten unsere Augen nicht von diesen kleinen Fellbündeln lassen. Jeder für sich ein kleines Wunder...

Durch die Geburtshilfe etwas gezeichnet und wirklich völlig fertig und müde beschloss ich, dass es Zeit wurde, nun auch mich wieder etwas in Schuss zu bringen. Kaum aus der Dusche herausen, hörte ich meinen Mann ganz außer sich rufen: " Arya presst schon wieder, komm schnell!". Auch jetzt dachte ich wieder an eine Plazenta... Wir konnten unseren Augen nicht trauen, als Arya um 4.17 ihren  - nun wirklich- letzten Welpen, einen Rüden gebar. Unendlich glücklich darüber, dass auch dieser Welpe gesund und munter war, begannen wir von neuem das Säuberungsprozedere. Diesmal aber tatsächlich zum letzten Mal.

Unsere Welpen - Fußballmannschaft war nun komplett.

Für uns noch immer unerklärlich, wie all diese wunderbaren, hübschen puppies in Aryas Bauch überhaupt Platz hatten.

 

Die Bilder und diese glücklichen Momente werden wir in unserem ganzem Leben niemals wieder vergessen!

Arya ist und bleibt unsere Traumhündin, die ihre erste Geburt mit Bravour gemeistert hat und sich unendlich geduldig, souverän, vorsichtig, aufopfernd und liebevoll um ihren Nachwuchs kümmert.

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Unseren nächsten Wurf planen wir für den Winter 2018/19.

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© maelas-labradors, Pamela Wagner-Baumgartner